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Ingo Filzwieser - Bezwinger des Lichtschwertes

Ingo Filzwieser, ein großer Name in der Grazer Kletterszene. Durch seine Begehungen schwerer Boulder und Routen im Grazer Bergland ebenso bekannt wie durch seine Kurse im c-a-c, aber auch als Routensetzer, besonders bei den Bouldercups, kaum wegzudenken. Nun ist er bereits mehr als ein Jahr in Innsbruck um dort als Jugendnationalteamtrainer die Kletterstars von morgen zu formen. Das FOXALITY-Team lies es sich nicht nehmen, ihn nach seinem ersten Jahr in der Kletterhochburg mal zu einigen Boulder- und Kletterthemen zu befragen.

Beginnen möchten wir dieses Ferninterview mit den üblichen einleitenden Fragen.

Fox.: Welche Kletterroute oder welcher Boulder bescherte dir das beste Feeling
I.F: Routen: Stalka, Machinehead, ...
Boulder: Blackbird (Zirbitz), Clockwork Orange, Silberross, Torrero, Pressure Trop, ...

Fox.: Kletterspezifische Ausbildung
I.F: Instruktor Breitensport, - Leistungssport, Trainerausbildung für Sportklettern, A-Lizenz für Routenbau

Fox.: Wo begann deine Arbeit als Trainer, bzw. wer waren deine ersten Wettkampfschützlinge
I.F: Begonnen hab ich als Übungsleiter in Judenburg und mit den Kids sind wir dann zu ein paar regionalen Wettkämpfen gefahren.

Fox.: Was waren deine größten Erfolge als Trainer
I.F: 2009, 2011 Angelika Rainer Weltmeisterin im Eisklettern
2010 Katharina Posch 2. Rock Master in Arco
2010 Bonapace Elena, Europameisterin Jugend B
2010 Posch Katharina, Europameisterin Jugend A

Fox.: Wann und durch wenn bist du zum Klettern gekommen?
I.F: Das war 2001 in Judenburg. Ich hatte dort einen Auftrag in der Kletterhalle zu "Sprayen" und Frank (Melcher) hat mich dazu gebracht einmal eine Route zu probieren... und das wars, seitdem hat es keine Woche gegeben (außer ich war krank) in der ich nicht drei - fünfmal klettern gegangen bin.

Fox.: Deine Kletterkurse und das Bouldern mit dir war stets geprägt von Kreativität und Enthusiasmus. Wann hast du bemerkt das Klettern und Bouldern auch wirklich deine Begabungen sind, beziehungsweise zu welchem Zeitpunkt hast du begonnen dir zu überlegen, das Klettern zu deinem Beruf zu machen?
I.F: Es hat einfach vom ersten Mal an so sehr Spaß gemacht, dass ich es einfach nicht mehr lassen konnte. Das es mein Beruf geworden ist, war nie meine Absicht. Neben dem Studium habe ich Kurse gehalten um etwas zu verdienen, aber das ich dann in Innsbruck landen werde, war nie geplant.

Fox.: In der Grazer Boulderszene warst du als Plastikkletterer verschrien. Durch wirklich tolle Bilder, Videos und Aktionen hast du aber eindeutig bewiesen, dass du auch den Fels perfekt beherrschst. Dennoch bist du im Boreal-Film Reality an künstlichen Projekten zu sehen. Darf man das als dein Statement sehen, dass das Klettern und Bouldern an künstlichen Wänden auch seine Berechtigung hat?
I.F: Ganz ehrlich gesagt war mir bis jetzt nicht bewusst, dass ich als Plastikkletterer verschrien bin.. der Fels ist und war immer das Beste für mich, in der Halle kann man gut trainieren und mit Freunden richtig Spaß haben bzw. sich körperlich zerstören. Meine Kletterei im Boreal Film ist so zustande gekommen: Am fast täglichen Weg zur Uni bin ich immer beim Lichtschwert vorbei und jedesmal dachte ich mir.. da will ich unbedingt mal rauf.. und im Rahmen des Films hat es dann einfach gepasst. Von der Murinsel und von Hueco sind gerade Filme im Entstehen.

Fox.: Im Großraum Graz, wie auch sonst überall gibt es unter den Boulderern ein sehr starkes Insidertum. Durch Rücksichtslose Kollegen (Falschparker, Müll-liegen-lasser...) und ungeklärter Begehungsrechte von Grundstücken ist es sehr schwer an Informationen über Boulder zu kommen. Wie erging es dir diesbezüglich zu deinen Anfangszeiten und was empfiehlst du... Einsteigern wie auch Insidern?
I.F: Die rücksichtslosen Kollegen sind ein definitives Problem, aber beim Bouldern lernt man schnell Leute kennen und die nehmen einen dann mit und dort lernt man dann wieder andere Jungs kennen usw... Einsteigern kann ich nur empfehlen sich zuerst zu erkundigen bevor man irgendwo durchlatscht wo man nicht sollte oder darf, und die Insider wissen eh Bescheid, halten sich aber leider nicht immer daran.

Fox.: In Tirol gibt es mehr und größere Kletter- wie auch Bouldergebiete. Ist dort das Insidertum auch so stark, oder ist das eine steirische Eigenheit?
I.F: Die Szene in Innsbruck+Umgebung ist viel größer als in der Stmk. und wird auch international ergänzt. Die Leute sind sehr offen, freundlich und beim Bouldern egal ob im Zillertal, Ötztal, Meran, ... oder in der Halle, ist immer jemand den man kennt und mit dem man gerne trainiert bzw. klettert.

Fox.: Dein Heimatbouldergebiet ist der Zirbitzkogel. Eines der besten Bouldergebiete der Steiermark. Du hattest mit einem Führer dazu begonnen. Wird diese Arbeit eine Fortsetzung erfahren? Wenn nein, was brachte das Projekt zum Scheitern?
I.F: Ich hab das Gebiet mit meinem Vater "entdeckt" und mit Harry (Penasso) begonnen zu erschließen. Wir machten dann einen winzigen Führer der Blöcke, welche am leichtesten zu finden sind, aber nach einiger Zeit fanden wir dann dort Müll und Dreck. Diese Entwicklung war für uns nicht die Richtige, deswegen haben wir seitdem nichts mehr veröffentlicht. Es gibt aber mittlerweile weit über 100 verschiedene Boulder, falls sich jemand dafür interessiert muss er sich nur beim Harry oder mir melden.

Fox.: Kletterwettkampftechnisch: worin siehst du die Unterschiede zwischen Graz und Innsbruck?
I.F: Die beiden Systeme sind sehr unterschiedlich, hier darauf näher einzugehen würde den Rahmen sprengen. Im Prinzip fehlen in Graz die Leute die sich dafür dauerhaft engagieren und mit Leidenschaft dabei sind. Es müssten sich halt min. drei bis vier Trainer (und damit sind Trainer gemeint und nicht Instruktoren Breitensport, das ist nicht wertend gemeint, sondern das Know-how ist einfach etwas ganz anderes) in der Grazer Halle um den Nachwuchs kümmern...

Fox.: Ich habe dich als Kletterlehrer bei einem Kurs in Graz kennen gelernt. Du bist durch Geduld, Ruhe aber auch Konsequenz aufgefallen. Nun bist du Trainer in der Kletterhochburg Innsbruck. Erste Erfolge deiner Schützlinge haben auch schon von deinem Potential gezeigt. Was waren deine schönsten Momente in deinem Ersten Jahr in Innsbruck?
I.F: Wenn die Athleten beim Wettkampf ganz vorne mitmischen. z.B.: voriges Jahr beim Jugendeuropacupfinale in Kranj ging es bei Katharina und Elena um dem Gesamtsieg, Katharina musste Top klettern um zu gewinnen und Elena musste min. zweite werden. Während die Beiden die Finalroute kletterten war ich so nervös, viel mehr wie die Beiden selbst. Und dann haben sie auch noch ihre Gesamtsiege geholt, das war schon sehr beeindruckend.

Fox.: Zum Jahreswechsel warst du in Hueco Bouldern. Was sind deine persönlichen (Kletter/ Boulder) Ziele für die nächste Zeit?
I.F: Im Zillertal gibt es ein paar Boulder und Routen die ich heuer unbedingt machen möchte und nach der Saison wird es bestimmt wieder ein längerer Urlaub. Hueco ist sehr fein und im Winter sicher eine der besten Optionen.

Ingo Filzwieser
Steckbrief
Name: Ingo Filzwieser
Geboren: 22.03.1983
Ausbildung: HTL- Bautechnik, Studium der Sportwissenschaft
derzeitige Berufliche Tätigkeit: Jugendnationalteamtrainer/coach
Sponsoren: Revolution, Boreal

Ort (Karte)

Graz, Österreich
Reinhard Kleindl - Grazer Slackline Physiker
Boulderhalle B2

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Freitag, 09. Dezember 2016
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