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8a - #4

8a - #4

Wie ihr ja bereits wisst, ist meine Zeit des Studentenlebens schon ein paar Jahre her und derzeit stehe ich im Erwerbs- und Arbeitsleben mit all seinen Vor- und Nachteilen. Naja, wohl eher Arbeit als Erwerb was wiederum Sklaverei bedeutet, aber wenigstens tue ich Gutes - sehr zynisch. Ja, das geht.
Abgesehen davon verbringe ich sonnige, trockene Tage im Büro während ich an den regnerischen Wochenenden nur blöd aus dem Fenster gaffe und zwischendurch irgendwelche Übungen mache. Soll heißen der Faktor Zeit wird sehr eingeschränkt und ich kann nicht die besten Bedingungen nützen sondern nur die, die vorhanden sind wenn ich nicht arbeite. 

Doch da gibt es diesen einen Tag in der Woche, an dem kann ich mein Stundenmodell variabel umformen, sofern keine Teamsitzungen anstehen, und mein Gleitzeitsaldo schrumpft. Und eben an diesem Mittwoch herrschten großartige Bedingungen. Deshalb aktivierte ich den schönen Martin, außerdem waren noch Flow und Dave dabei und kurz nach 13 Uhr verließ ich die Firma und rauschte Richtung Mixnitz.
Flow hat beschlossen die Oral Spacemen zu projektieren - eine ungleich längere und härtere Route, deshalb waren wir jetzt zu mehrt.

Martin erwischte einen guten Tag und konnte schon die Schlüsselstelle in unserem gemeinsamen Projekt klettern. Die restlichen Meter bis zur Ausstiegsplatte gingen ihm auch leicht von der Hand. Auch bei mir lief es besser. Der Hook in der Schlüsselstelle geht zwar nicht auf das gute Placement, aber es reicht mir auch die etwas schlechtere Position. Die bissige Incutleiste frisst sich in die Haut meines linken Zeigefingers und heute kann ich auch mit der rechten Hand auf die kleine Leiste, gleich darunter, dazugreifen. Jubelstimmung zuerst, doch was dann? Wie ein Sack Kartoffeln hänge ich auf den Leisten, unfähig mit der linken Hand auf die sehr schlechte Seitleiste etwas weiter oben zu kommen. Also plane ich von den Leisten einen Dyno in die Sanduhr - die unendlich weit entfernt scheint. 

b2ap3_thumbnail_worked-39-von-78.jpg b2ap3_thumbnail_worked_small-9-von-19.jpg

Um mit der rechten Hand auf die Leiste weitergreifen zu können drehe ich einen Ägypter auf einem schlechten Reibungstritt links und auf einem relativ guten Bankerl für den rechten Fuß und eben aus dieser Position mit nach untem zeigenden Knie muss ich nun dynamisch rausfeuern - verwegen! Und kann es funktionieren? JA! Es kann. Zumindest vermute ich es, denn diesen Zug kann ich heute nicht machen. Ich kann zwar die notwendige Höhe machen, doch entweder treffe ich die Löcher nicht oder meine Finger bleiben nicht darin hängen. Auch den oberen Teil checke ich nicht aus da ich vorher die unteren Züge, also die Crux, machen will. Ground up war für mich immer einer der ehrlichsten Begehungsstile im Sportklettern und da komme ich auch jetzt nicht aus. Vielleicht werde ich dadurch länger brauchen und einen guten Versuch oben noch verkacken, aber am allerwichtigsten ist es doch, dass ich mit mir im Reinen bin mit dem wie und was ich klettere. Nicht mit dem was andere Projektierklettermeister empfehlen. Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und seiner Leistung. Soviel Aufrichtigkeit muss sein. AF ist nicht gleich Rotpunkt, und ein Tap wird auch immer ein Tap bleiben, das Seil kurz belasten nachdem man eine Sicherung geklinkt hat oder mal eben kurz sitzen, genau wie jemanden beim bouldern bei der Crux etwas "anschieben" und dann doch einen Durchstieg feiern - das sind alles Dinge die ich mir nicht leiste. Andere mögen damit glücklich werden, ich kann es nicht.

Vorbei sei der Ausflug in die angestaubte Ethikkiste, Flow kann sich heute auch schon den Großteil der Oral Spacemen auschecken jedoch fehlt ihm oben noch ein bisschen vom Konzept - trotzdem schon sehr sehr stark was er heute abgeliefert hat. Das gemeinsame Projektieren mit Freunden genießt jedenfalls auch einen Mehrwert den ich nicht missen möchte. Vor allem nicht bei dieser Unternehmung die sich doch als längerfristige Beziehung entpuppt als ein sporadisches Anstupsen. Den Wert eines Freundes der diesselbe Route klettern will und einen dabei pusht kann ich hier getrost als Fünffachjackpot beziffern, falls man das in Geld überhaupt bemessen will.

So enden zweite Dates.

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Ort (Karte)

8131 Mixnitz, Österreich
Baustellenbesuch im Bloc House Graz
8a - #3
 

Kommentare 2

Michael Gattol am Mittwoch, 10. September 2014 19:23

der letzte Absatz trifft es nur zu gut - speziell beim klettern ist des echt unbezahlbar ...

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der letzte Absatz trifft es nur zu gut - speziell beim klettern ist des echt unbezahlbar ...
Florian Pelzmann am Samstag, 20. September 2014 13:39

Meinen Respekt für die beinharte Konsequenz und ein Lob auf deinen Erfrischenden Schreibstil. Viel Freude noch und gutes Gelingen!

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Meinen Respekt für die beinharte Konsequenz und ein Lob auf deinen Erfrischenden Schreibstil. Viel Freude noch und gutes Gelingen!

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