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Block Gfrasta Ü30 - Part 2

Tag 2

Was kann ich euch sagen? Es drückte ein wenig, gepresst wurde auch, hin und wieder kam ein Krampf daher und die Übelkeit hat mich schlussendlich auch eingeholt. Nicht beim Bouldern im Bloc House sondern im Zuge einer Gastritis die mich eine Woche lang heimgesucht hat. Wer am Land aufgewachsen ist, weiß was es heißt zu scheißen wie ein Miststreuer. Jedenfalls bin ich nach ein paar Tagen auf Haferflocken- und Hühnersuppe meinem Ziel der Bikinifigur wieder näher gekommen, dafür musste ich zwei anvisierte Bouldertage ausfallen lassen. Nicht schlimm, aber lästig.

Wieder gesundet und 2 Kilo leichter blieben mir nur mehr 2,5 Wochen um mich den Problemen hinzugeben. Nicht viel Zeit, und noch 68 Probleme zu knacken. Das heißt nur keinen Stress aufkommen lassen und entspannt an die Sache ranzugehen.

Dienstagnachmittag, ein Makava noch, kurz aufgewärmt und wieder falle ich in diesen Rausch des abhaken-wollens. Ich beginne heute einfach auf der anderen Seite, dort wo ich letztes Mal nicht hingekommen bin. Hier ein Einsteiger, ein paar Übungen, auch Aufgaben fallen heute einige, die kosten aber jedes Mal ordentlich Power. An Buster oder Master versuche ich mich heute nicht, noch nicht. Ich habe noch unendlich viele freie Felder die darauf warten durchgestrichen zu werden und die Motivation ist "on fire" - genau so wie die Finger nach rund 1,5h bouldern und ca. 15 abgehakte Boulder später. Schnell ein kleines Bierchen für die Regeneration, und weiter in das abendliche Schönwetterprogramm. Gießen der Pflänzchen, Beikräuter ausreißen, die Blattlauspopulation begutachten bzw. dezimieren und die Akkus wieder auffüllen. Geschafft, ein guter Dienstag. Wieder mal die Welt gerettet und Donnerstag ist auch bald - da wird wieder geknipst!

Tag 3

Arbeiten. Arbeiten ist ein gesellschaftliches Übel welches den Faktor Zeit bzw. Freizeit massiv beschneidet. Eigentlich arbeite ich nur um Steuern zu zahlen. Ja, ich glaube dass das Umlagesystem wo Personen die es nötig haben ausreichend unterstützt werden, aka Sozialstaat, eine Errungenschaft ist, auf die wir ruhig stolz sein können. Noch.

Trotzdem macht es einen müde und so fiel die Donnerstagabendsession nicht sonderlich erbaulich aus. Vielleicht lag es auch daran, dass ich vorher 10km gewandert bin (mit immerhin 600HM rauf und auch wieder runter) und auch noch 20km mit dem Rad gefahren bin. Was auch immer der Grund war, der träge Mensch steuerte einem Debakel zu, das ich gerne aus meinem Gedächtnis streichen möchte. 6 Boulder werden heute abgehakt, davon zwei bis drei Einsteiger, nicht unbedingt das was ich mir erwartet habe. Zwei große Lasko und die Gewissheit, dass es manchmal eben so läuft vertrösten mich auf das nächste Mal.

Tag 4+5

Jetzt wird's zach. Ich persönlich dachte nicht, dass es so viele Buster und Master Boulder gibt, die schaue ich mir zuerst gar nicht an. Die Aufgaben, die noch offen sind, sind für mich entweder auf Grund von Ungelenkigkeit nicht machbar, oder ich gehe beim letzten oder vorletzten Zug immer und immer wieder ab. Einen Buster probiere ich dann trotzdem noch, muss wohl ein leichterer sein, jedenfalls schaffe ich die ersten drei Moves bevor mir der Hook flöten geht. Aber ein Lichtblick ist jedenfalls da und ich bin auch wieder motivierter auf Boulder, die ich noch gar nicht probiert habe. Eigentlich sind die Tage, die ich investieren wollte ja schon vorbei und so begieße ich diesen Abschluss mit einem Bierchen und wir reden über das Wochenende und wo wir hinfahren sollen zum Bouldern. Endlich wieder raus, endlich wieder Fels, die Sehnsucht im Gestrüpp herumzuirren, Zecken für einige Stunden eine nahrhafte Quelle zu sein (bis man sie erwischt und eliminiert), über zugewachsene Griffe schimpfen, Spinnen im Gesicht haben, sich ein Cut holen, das Cut tapen, merken das Tape auf Haut gar nicht so gut hält, Griffe reinigen, sein Essen gegen Wespen verteidigen und davonlaufen und mit allerletzter Kraft noch einmal anreißen. Und ein verlängertes Wochenende ist ja auch da! Aber was, wenn es gewittert? Geht sich dann vielleicht noch eine Session im Blochouse bzw. dieser Buster noch aus? Oder zwei Aufgaben wo ich knapp dran bin? Vielleicht lege ich Donnerstagabend auch noch eine Session ein, man kann ja nie wissen.

Tag 6

Schon beim Aufwärmen merke ich den Muskelkater vom Dienstag, und die linke Schulter ist auch beeinträchtigt. Manchmal zuckt ein Blitz des Schmerzes durch sie hindurch. Ich wärme geduldig auf, mehr als das letzte Mal, Horst ist auch da und spricht mir ermunternde Worte zu. Vier Boulder stehen insgeheim noch auf meiner Liste, aber bei diesem violetten Volumedingsraufgeschiebe bringe ich einfach den Fuß nicht hoch genug. Selbst mit Knieeinsatz und allen erdenklichen Lösungsmöglichkeiten ist hier heute nichts für mich zu holen.

Dann probiere ich wieder diesen roten Dyno und den Sprung kann ich im 2. Versuch am letzten Zacken halten, die Leiste ist kein Problem und auch die abschüssigen Griffe fühlen sich heute besser an als die letzten Male. Mit einem leicht verzweifelten Schnapper kann ich mir aber den Tophenkel holen. Ein Kreuzerl! Yeah!

Der violette Buster an der Concorde war eigentlich letztes Mal schon mein Ziel, heute gelingt mir dieser gleich im 2. Versuch und ich war on fire! Die Motivation ließ neue Kraft in meine Unterarme strömen und das feucht-schwüle Klima in der Halle etwas weniger schlimm anfühlen. Zusammen mit Morty probiere ich einige Buster durch ob mir ev noch einer reinläuft, aber im Endeffekt merke ich, dass da schnell nichts zu holen ist für mich. Bei einem Rungang fällt mir auch auf, wie viele Aufgaben ich noch nicht gemacht habe weil zu speziell, zu wenig gedehnt, zu Anti-Style einfach. Irgendwie erschreckend denke ich mir und beschließe meine Boulder mal einzutragen. Aber zuerst haben Morty und ich uns noch einige Bierchen gegönnt. Unsere Gefährtinnen mögen es uns verzeihen, aber wir zwei Häusltschikk waren etwas unpässlich. Zum Glück hat keiner den Porzellangott angebetet.

Anyway, am nächsten Tag trage ich meine Boulder ein. 62 Tops und damit der 49. Platz. Naja, nicht sooo schlecht denke ich mir, aber da wär' schon noch was gegangen. Mit diesen Zeilen schließe ich mein persönlich Block Gfrasta ab, geil war's, danke für die Organisation, wir sehen uns wieder!

onsight
"Comeback"
 

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