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Einbohrmeisterschmiede im Maltatal

​Was erwartet man sich von einem "Einbohrkurs"?
Nun, mein erster Gedanke drehte sich um ein tantrisches Sexseminar mit einer nymphomanisch veranlagten 60-Jährigen, der Zweite dann um das Setzen von Bohrhaken in Kletterrouten.

Da unser Kursleiter Gerhard heißt, 41 Jahre alt ist, eindeutig männlich hoffe ich dann doch auf Letzteres! Unser Projekt der Begierde, eine Routensanierung an der Kreuzwand fällt ins Wasser, da es dort ziemlich feuchtelt. Wir düsen weiter zum Schleier Wasserfall wo wir ein paar Worte der Theorie hören und Evy darf dann auch gleich das erste Loch in Hüfthöhe bohren inkl. Setzen eines Hakens mit Lasche.


Das war es dann auch schon. Ed und Evy konzentrieren sich auf zwei leichtere Routen im linken Bereich, während Gerhard eine frisch ausgeputzte Route toproped und die Boltstellen markiert. Ich mache einen Kontrolldurchgang und toprope die Route ein weiteres Mal um am Stand umzubauen und den Materialsack nachzuholen. Dann befinde ich mich auch schon im Retourgang nach unten wo es heißt: hämmern, bohren, putzen, einführen, hämmern und schrauben.

Bis eine Route kletterbar ist, dauert das dann ganz schön! Und auch, wenn man sich denkt, dass die Hakenabstände eh OK sind, beim Rotpunkt-Go waren sie dann gefühlsmäßig doch etwas weit!

Jedenfalls gibt es eine neue Route am Schleier Wasserfall: "Teufelsdreia mit zwa Steira" heißt das Stück, ca. 6c/+ und verläuft über eine markante Kante mit Leisten am Einstieg, danach nicht allzuschwere Kletterei die von einer unschönen, bröseligen Quarzplatte unterbrochen wird, bis eine steile und schwere Verschneidung am Ende wartet. Ihr seht sie auf den gleich folgenden Fotos, wo ich die Route einbohre.


Zu Gast bei unserem Lehrmeister Gerhard gibt es zuerst eine Dusche und danach a gscheits Fressen beim Nobellandgasthaus in Gmünd - natürlich sind wir alle total underdressed. Aber Kletterer_Innen sind hier anscheinend nichts unbekanntes und der Gentleman an der Bar in deutscher Wehrmachtsuniform, wenigen Zähnen und den schweren Stiefeln verbreitet einen Geruch, der wohl eher auf obdachloser Alki denn auf gewaltbereiter Nazi schließen läßt. Plötzlich ist unser Outfit ziemlich hip!

Einige Biere und eine Flasche Wein später geht es zurück zu Gerhards Heimathaus und wir diskutieren noch bis spät in die Nacht. Vollkommen unprätentiös, menschlich und auch besonnen lernen wir den Hausherren des Maltatals kennen.

Ed und ich krabbeln als Erste, ziemlich spät, gegen 9 Uhr aus den Federn und werden sehr gastfreundlich von Mama Schaar vorzüglichst verfrühstückt. Gerhard sieht heute nicht gut aus, starke Kopfschmerzen und geplagt von Verspannungen fällt der Tag leider ins Wasser (eine Migräne wahrscheinlich, am Wein wird's gelegen sein) - außerdem regnet es und sehr kalt war es auch, da waren wir gar nicht böse.

Was bleibt sind drei neue Routen am Schleier Wasserfall und die Gewissheit, dass das keine Hexerei ist! Die Klebebohrhaken holen wir noch nach, versprochen!

Gerhard Schaar - 100facher Erschließer, Kletterfüh...
Johanna Färber - Jo, läuft bei ihr!

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Sonntag, 04. Dezember 2016
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